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ZüriEscape - Die perfekte Ultra-Distanzstrecke

  • Writer: Bedo
    Bedo
  • Dec 27, 2025
  • 11 min read

Was ist Perfektion?

Lasst uns ganz, ganz schwer anfangen. Es wird nur leichter ;-)


Die Allgemeine Definition gemäss Wikipedia ist das:

Perfection is a state, variously, of completeness, flawlessness, or supreme excellence.


Ursprung:

The noun “perfection”, the adjective “perfect”, and the verb “to perfect” derive from the Latin verb “perficere” – “to finish” or “to bring to an end”.

 

Eigentlich ist damit alles über die ZüriEscape-Strecke gesagt.


 

Es hat einen mittelmässigen Langstreckenfahrer dazu gebracht, in 3 Tagen 420 km zu überwinden und 10’000 Höhenmeter hinter sich zu bringen. Perficere = “to bring to an end”.


Aber wenn man es so betrachtet, ist jeder Arbeitsweg perfekt. Jedes Leben perfekt. Es ist unausweichlich, dass man es zu Ende bringt. Auf den einen oder anderen Weg.

Aber wie so oft im Leben ist, nicht der Anfang oder das Ende wichtig, sondern das, was dazwischen passiert. Wer mehr Kontext braucht und wissen will, wie ich das Ende beim ersten Mal erreicht habe, kann gerne hier nachlesen. Dieser Text kann warten.


Es wird leichter, ich verspreche es ;-)


Tag 1


Der Anfang

Da war ich also wieder. 6 Uhr morgens in Zürich an einem Freitag. Dieses Mal alleine. Ich wollte es dem Sven nicht wieder antun, einen Tag auf mich zu warten. Er ist am

Samstagabend angekommen. Ich am Sonntag. Wie gesagt, er ist auch ein Draussenkind und ein sensationeller Velofahrer.


Ich eben mittelmässig. (Und ich spare euch jetzt die Definition von mittelmässig. Wenn ihr es seid, wisst ihr es auch.)


Also an den Anfang. 6 Uhr morgens. Wie jeder anständige Amateur: super ausgerüstet. Neue Schuhe. Regen, Holz, erster Sturz. Im Stehen. Nicht auf dem Velo. Logisch.

Geht los. Erstes ToDo von Dominik und Fabian. Wir strecken die Gruppe. Hatte zwei Ziele. Rechtlich: Die Polizei will nicht, dass 100 Leute gemeinsam durch die Wälder fahren. Schöner Nebeneffekt: Man ist sehr schnell allein. Für mich perfekt.


Ein Tipp: Um 5 Uhr morgens ist in der Stadt Zürich nichts offen, um Essen zu kaufen. Hatte ich nicht bedacht. So viel zur perfekten Vorbereitung.


Geht los

Erster Anstieg: Ging länger als gedacht. Aber dieses Mal war ich schon besser vorbereitet. Neues Velo. Logisch. Ein Stahlbike (erste Komplimente von „only steel is real“-Kollegen, mitleidige Blicke der Carbon-Fraktion).

 

Aber das Velo-Gewicht ist bei unsereins und bei jedem anderen Sportler, der nicht die Tour de France fährt, eigentlich relativ egal. Einmal länger aufs Klo, wie mein Mech sagen würde. Viel wichtiger: Übersetzung. Hinten 12er-Kassette (hat Dominik schon immer gesagt). Hilft später deiner Physis auch nicht wirklich beim Tanzboden, aber deiner Psyche massiv.

 

Erste 30 Kilometer alles bekannt. Hoch, runter. Hoch, runter.


Erste Kolleg:innen am Strassenrand mit Platten. Beides: Tubeless oder mit Schlauch. Auch das ist relativ egal. Hauptsache, man kriegt das Ding wieder zum Laufen.

 

Gedanke: Mathias (Food- und Bike-Journalist beim Tagi und ein cooler Typ) hat gesagt, dass ein Fotograf beim Weiher wartet. Ich weiss, ist eitel, aber mich motiviert das. Zumal ich mich für den Artikel beworben habe, aber nicht selektiert wurde. War natürlich zu langsam, um die Journalisten zu treffen. Alle wieder weg.

 

Boxenstopp

Egal. Danach gab’s Essen. Erster Boxenstopp.


Weiter ging’s. Durch das schöne Aargau, dem Rhein entlang. Eigentlich war die Idee, dass mich hier Smain ein Stück begleitet. Aber am Riders-Briefing wurden wir nochmals hingewiesen: Self-supported heisst auch self-supported. Der Kumpel ist heute noch enttäuscht. Aber Regeln sind Regeln. Da bin ich Deutscher. :-)

 

Der Vorteil, wenn man eine Strecke schon mal gefahren ist: Man kennt sie. Man weiss, was ungefähr kommt. Was man nicht so genau weiss, ist wann. Nach 3 Tagen und 420 Kilometern und ein Jahr später hat man die Distanzen wieder vergessen. Es ging noch sehr lange, bis der Volg kam. Die Erdbeeren sollen sehr gut sein. Oder es war nur wieder die Anstrengung. :-)

 

Ist die Strecke wirklich perfekt?

Schon hier ist mir durch den Kopf: Die Strecke ist perfekt. Perfekt für unsereins. Die, die das nicht professionell machen. Die, die auch nicht biologisch selektiert wurden, solchen Scheiss einfach abzufahren. Die NICHT Robin Gemperle oder Marc Buechel (Sieger des ZüriEscape 2025 in ca. 24 Stunden) dieser Welt sind. Für sie ist die Strecke auch perfekt, nur anders.

 

Ein kleines Beispiel: Irgendwo geht es recht lange, etwa 2–3 Prozent hoch. 2–3 Prozent, denkt ihr. Verdammt, das ist für Touristen. Easy.

Aber ich bin ein paar Wochen vorher in vier Tagen 767 Kilometer nach Dortmund gefahren. Ja, für ein Fußballspiel. Heja BVB! Der dritte Tag ist immer der beschissenste. Die Euphorie der ersten Tage ist verflogen und die Schmerzen beginnen.

Anyway: Am Tag 3 gab es einen Abschnitt, nach etwa 70 Kilometern, also genau dann, als ich es am meisten gebraucht habe. Der ging ca. 20 Kilometer durch eine sehr lange Schlucht, immer ca. 1–2 % runter. Ich bin das ganze Stück mit ca. 28 km/h und freihändig gefahren. So viel machen 1–3 % aus.

 


Also recht lange 2–3 % hoch. Breiter Waldweg. Öde zum Fahren. Schmerzt, fängt an zu nerven, und genau dann geht es wieder runter.


Perfektion.


Auf zum Checkpoint 1 (CP1)

Schloss. Winterthur in der Ferne. Dieses Mal kein Regen.

 

Ein paar Monate nach dem ZüriEscape bin ich von Zürich nach Lausanne an einem Tag gefahren. 250 Kilometer. 30 Grad im Schatten. Ich habe keine Brunnen ausgelassen. Nicht nur zum Trinken, das auch. Zum Baden. Zum Glück hat die Schweiz so viel Wasser. NOCH.


Ja, das Wetter am ZüriEscape war perfekt.

 

Weiter. Immer weiter. Oder wie wir Jugos sagen:

Napred, samo napred.

Auf zum ersten Checkpoint.

 

Hier der nächste Gedanke, der zu diesem Artikel geführt hat. Beim ersten Mal ging es hier recht lange 2–3 % hoch. Wieder breite Strassen, wie oft in der Schweiz. Checkpoint ist irgendwo bei km 140 oder so. Das erste grosse Ziel des Tages. Beim ersten Mal war hier der Augenblick, wo ich Dominik und Fabian so richtig verflucht habe. Es hat sich ewig hingezogen. Jemand hatte was von Suppe erzählt.

 

Nicht dieses Mal: Kurz bevor man wirklich angefangen hat, seinen Ärger rauszuschreien – hört ja eh niemand – kam ein sehr cooler Trail. Technisch gut machbar. Spannend. Und schon hat man vergessen, was man sagen wollte.

 

Perfektion.

 

CP1 (Fachsprache ;-))

Wieder sensationell. Wieder warm. Gummibärli. Gute Gesellschaft. Die Fran und ihre Kollegin haben einen sensationellen Job gemacht.


Napred 

Dem Fluss entlang. Sehr geiler Abschnitt. Hoch, runter. Sehr technisch. Etwas für den Kopf. Kommt aber extrem gut vorwärts. Unter Bäumen. Muss halt mal das Velo schleppen.

 

Raus. Wieder ging es hoch. Sehr lange, aber steiler. 6–7 % oder mehr. Das ist eigentlich meistens spannender zu fahren, wenn es nicht zu lange geht. Wie gesagt: Die 1–3 % können dich brechen, nicht die 6–7 oder 15 %. Ab 15% musst du eh runter vom Velo. Ausser der Sven. Der Sven muss nie runter.

 

Irgendwann kam doch der Fotograf. Der hat mich dann auch am zweiten Tag immer wieder begleitet. Motivation. Ich sag’s ja, ich bin eitel.



Pöstli Hotel

Hotel anrufen: Wurde zusammengeschissen. Ja, Küche geht um 22 Uhr zu. Obwohl ich das Pöstli sehr empfohlen habe in meinem Blogpost vom letzten Jahr. Wurde auf der Strecke immer wieder darauf angesprochen. Der Besitzer hat aber doch gewartet. Schlecht gelaunt, aber hat gewartet. Ich war natürlich nicht alleine. Irgendwann sprach er mich darauf an. Ja, ich war es, der ihm die Kunden gebracht hat. BITTESCHÖN.

 

Isch ihm überhaupt nöd rächt gsi, wie der Schweizer sagen würde. War danach wieder sehr anständig und freundlich. Ich nehme es ihm nicht übel.


Perfektion: Er wollte sein Arbeitsweg nach hause nehmen ;-)

 

Mehr ging nicht

Nach dem ersten Tag habe ich Folgendes einem Kumpel geschrieben: „Physisches Limit erreicht.“ Mehr ging nicht. Trotz des perfekten ersten Tages.

 

Tag 2

Man hat ja gelernt vom letzten Jahr. 4 Uhr los. Dominik hat gemeint, mehr als 3 Stunden Schlaf braucht man nicht bei so Sachen. Er hat auch recht. Mehr schläft man auch nicht. Egal, wann man ins Hotel geht. Dazu später mehr.

 

5 Uhr wieder auf der Strecke. Dieses Mal den Selecta-Automaten geleert. Es ist eine Kopfsache, ich weiss. Meine Frau sagt mir das ständig. Aber ich gehe nicht raus, ohne dass ich Essen dabei habe.

 

Und ich habe wirklich, wirklich keine Ahnung, wie das der Sven macht oder die anderen. Aber es geht extrem steil los. Extrem. 13–15 % und dann noch steiler. Man muss laufen. Und dann ist man im Nirgendwo. Hätte mich nicht getraut, weiterzufahren.

 

Das Coole am frühen Aufstehen: Wunderschöner Sonnenaufgang. Ruhe. Diese Ruhe. Die Morgenröte. Nietzsche hat ein ganzes Buch darüber geschrieben. Aus anderem Grund, aber das Prinzip ist das gleiche.

 

Sonnenaufgang. Rauf, runter. Rauf. Gewisse Teile kommen einem bekannt vor, andere hat man wieder vergessen. Etwas Bekanntes war eine sehr hässliche Abfahrt. Viel Steine. Die Hände haben mir 2024 sehr wehgetan. War wieder da.

 

Plus noch ein Bonus: Ein Pfad. Sehr steil. Aber dieses Mal ging es runter. Auch hier heisst es Hike-a-Bike oder wie heisst es, wenn man das Velo RUNTER tragen muss? Schlepp-a-Bike?

 

Perfektion: Motivation, weil es runter geht. Sehr frustrierend, weil eben: Schleppen.

 

Zum Tanzboden

Der Tanzboden kam näher.

 

Die Perfektion zeigt sich aber auch in ganz unterschiedlichen Dingen z.b. in Form eines ToiToi Klos. Wer die Geschichte vom letzten Jahr kennt, weiss, was ich meine.

 

Dann ging’s hoch. Lange hoch. Ja, die Übersetzung hat viel gebracht. Ich musste viel weniger laufen. Ob ich damit schneller war? Naja, weiss ich nicht. Würde ich nicht behaupten. Vielleicht ein bisschen. Es lag aber sicher nicht am Stahlrahmen.

 

Wie letztes Jahr war der Tanzboden jeden Schweissstropfen wert. Dieses Mal habe ich auch länger Pause gemacht. Sven war ja nicht mehr da und hat auf mich gewartet. Kein persönlicher Stress.

 

Geniale Abfahrt. Velo wird kleiner. Wetter immer noch perfekt. Windbreaker reicht. Mehr braucht es nicht. Dann durch das Glarnerland alles flach. Pause auf dem Rand. Freihändig fahren, soweit es ging. Znacht am Bahnhof Ziegelbrücke.

 

Dieses Jahr nicht schon ins Hotel um 19 Uhr.

 

CP2

Der CP2 war auch etwas später. Hoch oben bei 1500 Metern. Ich wollte ja rechtzeitig zur Party zurück. Also hoch. Hatte null Bock. Aber hochfahren. Noch 1’000 Höhenmeter. Essen war ja genug da.

 

Ich weiss nicht mehr, wer genau beim CP2 war. Aber so nette Leute. Haben mich zugequatscht. War froh, dass ich nicht selber reden musste.


Da war schon der Marc Buechel (Sieger des ZüriEscape 2025 in ca. 24 Stunden) im Ziel. Und hier habe ich jemanden gefragt, der fitter ist als ich, wie er das gemacht hat. In 24 Stunden? Antwort: 3 % Stillstandszeit (Time Idle). Meine war bei ca. 45%. Sein Rennen war perfekt. Meins: Could be perfected.

 

Es hat angefangen zu dämmern. Ich habe dazugelernt vom letzten Jahr. Velolicht war montiert. Hier ist dieses Bild entstanden. Ich habe ja gesagt, der Fotograf hat mich

begleitet.


Es wurde dunkel. Ich war alleine. Ich mag die Dunkelheit nicht. Ich bin in einem Bergdorf im Kosovo aufgewachsen, wo wir, bis ich 9 Jahre alt war, kein Strassenlicht hatten. Seitdem mag ich die Dunkelheit nicht.

 

Aber auch hier haben sich die Gespräche gelohnt. Fabian hat mir einen Tipp gegeben von seiner Tour in Slowenien. Dort gibt es Bären, hier nicht. Er hat gemeint: Bedo, einfach dorthin leuchten, wo du dich fürchtest, und dann ist es meist besser. Es hat sehr geholfen.

 

Mit dem Berg ins Hotel

Oben angekommen. Regen. Kalt. Dunkel. Velolampe runter auf Minimum. Ich wusste nicht, wie lange der Akku hält. Aber an Fahren war eh nicht zu denken. Das ist ein Sumpfgebiet mit teilweise Planken, über die man laufen muss. Ich habe mich sicher 3-mal verlaufen. War nicht so, dass der Weg angeschrieben war. Und die Velolampe hat geholfen, aber war nicht perfekt. Ich bin sicher 5-mal mit meinem ganzen Fuss in ein Loch getreten. Jetzt habe ich auch eine VeloHELMlampe.

 

Irgendwann war ich unten bei der Strasse. Lampe auf mittlerer Stufe. Es wurde immer kälter. Die Abfahrt war mässig lässig. Jedes Kuhaugenpaar ein Dracula. Ich hatte Angst. Muss ich zugeben. Die Abfahrt war extrem lang. Aber ich musste auch fast alles bremsen. Zu kalt. Zu wenig Sicht.

 

Ich bin im Oktober 2025 von Zürich ins Tessin gefahren. 223 Kilometer. Ca. 4’000 Höhenmeter. Regen/Trocken den ganzen Tag. Bei 2’000 Metern über Meer. 0 Grad. Natürlich hatte ich nur die Regenjacke dabei. Bei der Abfahrt: Starkgewitter. Null Sicht.


Ich hatte aber nur drei Optionen:

  • Mama anrufen und weinen. Der Gedanke war sehr real.

  • Rega anrufen und weinen. Ich habe sie schon gehört:

„Hans, luege, das isch wieder so en Jugo, wo s Wetter nöd chan läse und vom Berg mit em Velo nüme abechunt. Ja, mit em Velo und ner Regejacke. Was er hät? Ja, er hät halt kalt.“
  • Runterfahren: Und ja, es klingt übertrieben. Aber es war schon recht lebensgefährlich. Mit 40 km/h und fast null Sicht im Gewitter runterzufahren. Ich habe so gezittert wie noch nie im Leben. Bremsen war extrem schwer.

 

Ja, das Wetter beim ZüriEscape war perfekt.

 

Im Hotel angekommen bin ich direkt mit dem Velo ins Hotelzimmer und mit allen Kleidern unter die Dusche. Nässer wäre ich eh nicht geworden. Aber wärmer war es.

 

Mir tun die Putzleute heute noch leid. Ich habe noch nie in meinem Leben ein Zimmer so dreckig hinterlassen. Obwohl ich 20 Minuten sicher geputzt habe, hatte ich das Gefühl, ich habe den halben Berg mitgenommen.

 

Tag 3

5 Uhr los.

 

Ich weiss, der Text ist schon sehr lange. Aber noch ein Wort, warum man im Hotel mindestens 5 Stunden braucht, obwohl man nur 3 Stunden schläft. Ankommen, abziehen, duschen, runterkommen: 1 Stunde. 3 Stunden schlafen. Und am Morgen hat man nochmal 1 Stunde, bis man wieder ready ist. Ist vielleicht anders, wenn man draussen schläft, weil es einem dort nicht in den Sinn kommt, alles auszupacken.

 

Egal. Tag 3. 5 Uhr morgens. Regen. So viel zum perfekten Wetter.

 

Panoramaweg & Einsiedeln Loop

Hoch, runter. Wunderschön. Panoramaweg. Wunderschön. Alleine dieses Mal. Keine verdammten Sonntagsfahrer und Leute auf E-Bikes. Ich habe selber eins, aber wenn ich Bikepacker sehe, dann umfahre ich sie. Will ihnen das nicht antun. Die haben andere Probleme.

 

Irgendwann musste ich eine Entscheidung treffen, die gar keine Entscheidung war. Auf der Strecke gibt es einen „Einsiedeln Loop“. Könnte man auslassen, hat der Dominik gesagt. War nicht so, dass ich um den Sieg mitgefahren wäre. Natürlich habe ich das nicht gemacht. War ja nicht auf einer Kaffeefahrt.

 

BOOOOOM

Hoch, runter. Wetter wurde besser. 4–5 %-Steigungen waren mit der 12er-Übersetzung einfacher zu machen als letztes Jahr. Abfahrten dank der Federung des Stahls viel angenehmer.

 

An Einsiedeln vorbei. Schiessstand erreicht (ja, etwas sehr Schweizerisches). Es wurde geschossen. Ich habe kurz überlegt, ob ich fragen soll, ob sie kurz eine Pause machen. BOOOOOM. In dem Moment habe ich eine Umfahrung gesucht.

 

Ging wieder sehr lange hoch. Mein Füdli hat schon seit Tag zwei wehgetan. Die Velohosen waren zu breit. Gab Falten. Druckstellen. Ich habe sie irgendwo im Feld, als ich alleine war, abgezogen und im nächsten Kübel entsorgt. Da bin ich Schweizer. Kein Papierli auf den Boden und schon gar nicht eine Velohose.

 

Den Rest bin ich mit kurzen Hosen weitergefahren. Hauptsächlich auf der linken Po-Backe.


Sihtal

Das Sihltal. Das Sihltal war das Ziel. Meine Hausstrecke. Von dort aus geht es nicht mehr lange. Nur noch einmal einen hässlichen Berg hoch.

 

Der Berg kam dann auch, aber ein anderer. Es hätte mich nicht überraschen sollen. Es sind Dominik und Fabian.


ABER: Wurzeln am Ende. Verdammte Scheisse. Wurzeln den Berg hoch bei Kilometer 400 oder was weiss ich. Hike-a-Bike, Schlepp-a-Bike. War mir egal. Musste sein. Aufgeben ist nicht.

NAPRED, samo napred.

Teil der Perfektion, dachte ich. Oder ich bilde mir heute ein, dass ich das gedacht habe.

 

So. Jetzt aber sind wir fertig. Ging runter. Noch ein Stück, dann kommt die letzte Abfahrt. Dachte ich.

 

War nicht so. Es ging noch ein letztes Mal 3–4 % hoch. Nicht lange. 10 Kilometer vor dem Ende oder so.


 „So wie lügen? Mach ich nicht“ - Haftbefehl

Und ich will ehrlich sein, wie Haftbefehl sagen würde. (Geht die Doku schauen! Sie ist das Beste, was ihr im Jahr 2025 noch sehen werdet.)

 

In diesem Moment hatte ich wirklich, wirklich, wirklich keinen Bock mehr. Wirklich keinen Bock mehr. Ich hatte heiss, weil ich keine Kraft mehr hatte, die Regenjacke abzuziehen, nur um sie ein paar Meter später wieder anzuziehen, weil die Abfahrt verdammt kalt ist. Ich hatte einfach keine Lust mehr. FÜR WAS diesen ganzen Scheiss?

 

Nachricht meiner Frau: Bald bist du im Ziel. Verdammt, dann fahre ich halt den Scheiss noch fertig.

 

Irgendwann war ich beim Ende der Zeitmessung vor der Abfahrt.

 

Abfahrt, Finisherschild, Pasta, Wassermelonen, Dominik, Fabian, Fran, Sven + Matze.

 

PERFEKTION! 


2026?


TO FORM A MORE PERFECT UNION.

Wie die Amis sagen würden.

 



Einfach Bilder:






 
 
 

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